Schimpfen reinigt die Seele!

Dies ist nicht nur ein persönliches Empfinden. Nein, auch Wissenschaftler wie Schmerzforscher oder Psychologen bestätigen den positiven Schimpf-Effekt.

Schimpf-Thesen:

1. Wer flucht, erträgt mehr Schmerz

Finger geklemmt, Knie angestoßen…? Jeder kennt diese schmerzhaften Missgeschicke. Kaum passiert, setzt der „Fluch-Reflex“ ein und dies hilft den körperlichen Schmerz besser zu tolerieren.

*Dokumentiert haben dies Schmerzforscher um den britischen Psychologen Richard Stephens. 95 Teilnehmer ließen sie im Jahr 2017 je eine Hand in Eiswasser tauchen. Einige sollten laut fluchen, andere nur belanglose Wörter brüllen. Die Fluchenden hielten im Durchschnitt 30 Sekunden länger die Hand im Eisbad. Laute Flüche erhöhen die Schmerztoleranz, unabhängig vom Geschlecht – so das Resümee der Forscher. Mehr zu Richy: https://www.keele.ac.uk/psychology/people/richardstephens/

2. Schimpfen reinigt die Seele

Immer noch gilt es als unfein „böse“ Wörter in den Mund zu nehmen. Gar wurde früher gedroht, der Mund müsse mit Seife ausgewaschen werden. Doch mittlerweile ist bekannt, fluchend und schimpfend Wut und Frust abzubauen, ist wohltuend für die Seele. Es würden starke Gefühle ausgelebt ohne dass Unbeteiligte darunter leiden müssten.

*Der amerikanische Psychologieprofessor Timothy Jay sagt, diese Art der Aggressionsbewältigung sei unterschätzt. Interessant, dass Frauen mit zunehmenden Jahren weniger fluchen als Männer. Die Damen empfänden dies als Kontrollverlust, so Tim. In jungen Jahren fänden Teenager (m/w/d) cussing gleichermaßen cool.

3. Meckern ist Ehrlich

„Wer flucht, belügt sich und andere Menschen weniger“ – stellten Forscher fest. 2016 nahmen für dieses Ergebnis 276 Menschen an einer Studie teil. Und in einer 2. Studie stellten sich knapp 73.800 Facebook-User zur Verfügung.

4. Wer poltert ist schlau

„Verdammt nochmal…!!“ Wer flucht sei dumm, wird oftmals unterstellt. Timothy + Kristin Jay widersprechen und stellen einen Zusammenhang zwischen „vulgärer Sprache“ und „verbaler Intelligenz“ her. So ließen die beiden 43 Teilnehmer eine Minute Schimpfwörter brüllen. Direkt im Anschluss sollten diese Tiernamen nennen. Letzteres sollte Rückschluß zum allgemeinen Wortschatz liefern.
Tim + Kristin schlussfolgerten, dass häufig fluchende Menschen einen größeren Wortschatz haben. Auch eine größere Sprachkompetenz wollten die beiden den Schimpfenden zuordnen, als Menschen die weniger spontan verbal poltern.

5. Lästern verbindet

In mancher Situation kann Fluchen das TEAM-WIR fördern. Zwischen eng zusammenarbeitenden Kollegen sei es üblich, auch Kraftausbrüche zu gebrauchen. Es handele sich um einen Vertrauensbeweis, wenn man sich emotional zeige. Auch könnten Kollegen so besser mit schwierigen Situationen und Beschwerden umgehen.

Ganz ehrlich: mit „Verbündeten“ arbeitet es sich viel besser.

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Fluchen darf sein, klar! Trotzdem hilft auch hier ein wenig Selbstkontrolle! Schließlich sind wir in der Apotheke – so ganz nahe am Patienten – nicht nur Arzneimittel-Experten sondern auch Dienstleister und kleine Kommunikations-Profis!

In der Offizin laut fluchend den Frust abzubauen ist doch undenkbar. Schlimm genug, wenn mancher Patient sich ungehemmt verbal entlädt. Und somit ungute Stimmung im HV verströmt.

Klar, musst du einiges vom Patienten „wegstecken“ können. Und wenn dies einmal nicht gelingt? Was dann?

Kurz im Backoffice verschwinden, durchatmen oder die Klotür ins Schloss knallen … auch das hilft! Und daheim, unter Freunden, in der Familie – ja, da können, dürfen und müssen wir manchmal verbal explodieren!

Wann fluchst du? Und wie baust du Stress, Wut, Schmerz ab, wenn Schimpfen gerade so gar nicht passt?! Erzähl doch mal …

Quelle: dpa